• Christoph Tschaar

Donau-Schemel

Aktualisiert: 9. Sept.

OK, ich weiß das Ding heißt eigentlich Ulmer Hocker und ist mittlerweile zu einer Design-Ikone geworden. Die Hochschule für Gestaltung (HfG) in der schönen Donaustadt Ulm hatte 1954 dieses Sitzmöbel hervorgebracht.


Seit meiner ersten Begegnung mit dem Ulmer Hocker von Max Bill begleitet uns eine Hassliebe.

Ganz ehrlich - an dem Ding ist so wenig dran und es ist dermaßen schlicht gebaut - und das soll Design sein? Andererseits ist Schlichtheit etwas Wundervolles.


Anlass den Hocker zu bauen, war ein wunderschönes Brett aus Lärchenholz, das ich eigentlich für ein Laustsprecherprojekt verwenden wollte und das jetzt einsam in der Ecke Stand.



Weiterhin wollte ich schon immer mal was mit einer Zapfenverbindung bauen. So schicke Schwalbenschwanz-Verbindungen wie sie mein Vater gemacht hat, benötige ich für den Hocke nicht. Aber dafür geht's mit der Kreissäge und einem breiten Sägeblatt bestimmt zehn mal schneller.



Da das Holz nur zehn Millimeter stark war ist der Ulmer Hocker schön leicht geworden. Aus Sicht der Stabilität ist dies die unterste Grenze.



Mit der Vierkantstrebe wirkt der Hocke nicht so "billig" wie das Original. Was ich vom Original übernommen habe sind die Fußleisten. Hier erkennt man, dass die Gestalter aus Ulm über handwerkliches Fachwissen verfügten. So eine Hirnleiste sieht nicht nur schick aus, sie erhöht auch die Lebensdauer des Möbels.



Nein, ich finde ihn immer noch nicht toll, den Ulmer Hocker. Ich mag Ihn aber dennoch, weil so schlicht und eckig. Und in Lärchenholz sieht er sogar schick aus!